Zum Haareraufen: substantivierte Verben

„Zum Haareraufen“ — sieht das nicht ziemlich falsch aus? Auf den Gedanken könnte man fast kommen. Denn eine kurze Google-Recherche zeigt, dass man für die Schreibweise „zum Haare raufen“ weit mehr Treffer findet. Doch in dem Fall hat die Mehrheit nicht recht: Solche Substantivierungen von Verben schreibt man groß und zusammen und auf alle Fälle ohne Leerstelle.

Hier ein paar Beispiele:

  • Ich habe beim Schachspielen gewonnen.
  • Zum Davonlaufen war es zu spät.
  • Er entschuldigte sich für das Zuspätkommen.
  • Für das häufige Essengehen hat er nun kein Geld mehr.

Lange Wörter wie „Zuspätkommen“ sind aber unübersichtlich und schlecht lesbar. Deshalb setzt man besser Bindestriche, wenn die Verbindung aus mehr als zwei Wörtern besteht:

  • Über sein ständiges Zu-spät-Kommen ärgerte sie sich.
  • Für den Detektiv hatte das Im-Dunkeln-Tappen ein Ende.
  • Er liebte das In-den-Tag-hinein-Leben.

Groß geschrieben wird dabei: das erste Wort, der substantivierte Infinitiv („Kommen“, „Tappen“, „Leben“) und alle Substantive.

Solche Substantivierungen klingen allerdings oft steif und kompliziert. Viel einfacher geht es mit Verben – das wirkt lebendiger:

  • Sie ärgerte sich, weil er ständig zu spät kam.
  • Der Detektiv tappte nicht mehr im Dunkeln.
  • Er liebte es, in den Tag hinein zu leben.

Zusammengefasst heißt das: Substantivierte Verben werden immer großgeschrieben. Wenn es mehrere Bestandteile gibt, werden sie miteinander verbunden oder durch Bindestriche getrennt. Dabei werden das erste Wort, das substantivierte Verb und alle Substantive großgeschrieben.