Was ist ein Plagiat?

Ein Plagiat ist ein fremder Text oder Gedanke, der ohne Angabe einer Quelle übernommen wurde. Die Antwort scheint also zunächst einfach zu sein. Doch wo fängt das Plagiat an? Eine genaue Definition fällt nicht leicht. Denn nicht nur Abschreiben gehört dazu: Es handelt sich auch um ein Plagiat, wenn man einen fremden Text ohne Quellenangabe paraphrasiert oder eine fremde Idee, Argumentation oder Interpretation bewusst übernimmt, ohne den Urheber zu nennen. Dabei spielen viele verschiedene Faktoren mit hinein: so auch der Umfang des übernommenen Texts. Ein Satz auf 200 Seiten dürfte nicht ins Gewicht fallen, 100 Absätze auf 200 Seiten jedoch schon …

Wie kann man Plagiate vermeiden?

Mittlerweile sind Plagiate ein großes Thema, sowohl Dozenten als auch Studenten sind dafür sensibilisiert. Wer eine wissenschaftliche Arbeit schreibt, hat oft Angst, versehentlich abzuschreiben und sich durch Unachtsamkeit viel Ärger einzuhandeln. Doch wie lässt sich das vermeiden?

1. Zunächst ist es wichtig zu verstehen, was wissenschaftliches Arbeiten eigentlich bedeutet. Eine Arbeit im Copy-Paste-Verfahren zu erstellen oder einen fremden Aufsatz umzuformulieren, hat nichts mit Wissenschaft zu tun. Wissenschaftliches Arbeiten setzt eine aktive und eigenständige Auseinandersetzung mit dem Stoff voraus. Dazu gehört es auch, dass man sich den Stand der Forschung erarbeitet und die Gedanken anderer kennenlernt.

2. Wer sorgfältig mit seinen Quellen umgeht, braucht sich wenig Sorgen zu machen. Also: die wissenschaftlichen Texte, die man für die eigenen Arbeit verwendet, gründlich lesen, Zitate herausschreiben, Argumentationslinien schriftlich zusammenfassen. Auf diese Weise kann man sich leichter merken, was man wo gelesen hat.

3. Zeitnot vermeiden. Das ist natürlich leicht gesagt und läßt sich nur sehr schwer umsetzen. Doch wer in Zeitdruck gerät, neigt eher zum Abschreiben oder zu einem nachlässigen Umgang mit den Quellen. Gutes Zeitmanagement ist also auch hier alles.

Prüfprogramme verschaffen eine falsche Sicherheit

Nicht immer fallen Plagiate auf. Zwar gibt es spezielle Prüfprogramme. Doch deren Reichweite ist naturgemäß beschränkt: Sie entdecken nur Übernahmen von Texten, die für sie verfügbar sind. Wenn etwa aus einer unveröffentlichten Diplomarbeit abgeschrieben wurde, kann die Software dies nicht herausfinden. Schon gar nicht können es solche Programme erkennen, ob eine Idee, ein Gedankengang ohne Nachweis übernommen wurde. Daher gewinnt man eine falsche Sicherheit, wenn man sich auf eine Plagiatsprüfung verlässt. Viel wichtiger ist es, von Anfang an sorgfältig mit den Quellen umzugehen.

Gute Lektoren entwickeln übrigens oft ein Gespür für Plagiate. Denn einen wichtigen Anhaltspunkt bieten Stilbrüche. Und die sollte ein Lektor bemerken.