Trügerische Sicherheit: Warum ein Plagiatscheck nicht immer zuverlässig ist

Eine Plagiatsprüfung verspricht Sicherheit: Das hoffen zumindest viele Studenten, die vor der Abgabe noch kein gutes Gefühl haben.

Schließlich sind die Konsequenzen hart, wenn man bei einem Plagiat erwischt wird: Sie können bis zur Exmatrikulation reichen.

Zunächst einmal: Was ist ein Plagiat eigentlich?

Unter einem Plagiat versteht man die Übernahme fremden Gedankenguts. Das kann bedeuten, dass

  • Textpassagen oder Formulierungen ohne geeigneten Nachweis übernommen oder
  • fremde Argumente oder Gedankengänge umformuliert wurden.

Was leistet ein Plagiatscheck?

Im ersten Fall kann ein Plagiatscheck nützlich sein: Dabei sucht eine Software nach Textstellen, die bereits existieren. Auf dem Markt gibt es zahlreiche Programme von unterschiedlicher Qualität. Doch es gibt noch keine Software, die jedes Plagiat erkennt. Oft werden nur Hinweise auf Textstellen geliefert, die möglicherweise verdächtig sind. Es können eventuell einfache Zitierfehler entlarvt oder auch grobe Täuschungen aufgedeckt werden, doch viel  mehr darf man sich von solchen Prüfprogrammen nicht versprechen.

Manche sind sogar schlichtweg nutzlos: Gerade kostenlose Programme sind oft von schlechter Qualität und stiften vor allem Verwirrung. Sie liefern seitenlange Prüfberichte, die zahlreiche Quellen angeben, in die der Verfasser des überprüften Textes jedoch wahrscheinlich nie einen Blick geworfen hat. Dort Relevantes herauszufiltern ist nicht leicht.

Wie es zu solchen Ergebnissen kommt? Schlechte Programme markieren sogar allgemeine und häufig verwendete Wendungen und Phrasen als Plagiat, wie z. B: ist davon auszugehen, dass, kommt zu dem Schluss, dass, unter der Annahme, dass — Formulierungen also, wie sie in fast jeder wissenschaftlichen Arbeit vorkommen.

Zwar wäre es schön, wenn Plagiatssoftware verlässlich wäre – doch nicht zuletzt ist hier der Wunsch der Vater des Gedankens: Man sucht nach einem Gefühl der Sicherheit und möchte die Versprechen der Anbieter gerne glauben. Tatsache ist: Um von Plagiatssoftware wirklich überführt zu werden, muss man ziemlich dreist abschreiben oder sich sehr ungeschickt anstellen.

Was Plagiatssoftware nicht leisten kann

Denn natürlich haben solche Programme ihre Grenzen: Veränderungen im Satzbau verzerren die Ergebnisse, ebenso wie die Verwendung von Synonymen. Es ist also Vorsicht geboten, denn Plagiatssoftware verspricht eine falsche Sicherheit.

Und natürlich wird der zu prüfende Text nur mit Quellen abgeglichen, die online verfügbar sind — nicht aber mit Büchern oder Zeitschriften, die nicht im Internet stehen. Nun mag man vielleicht einwenden, dass die Programme, die an der Universität zur Plagiatsprüfung benutzt werden, das ja auch nicht können und damit alles in Ordnung ist.

Das ist aber eine böse Falle: Denn eine solche Sichtweise vernachlässigt den wichtigsten Faktor — den Menschen. Der Betreuer Ihrer Arbeit kennt die Fachliteratur genau und merkt es daher, wenn Sie sich mit fremden Gedanken schmücken. Ein Dozent, der sich in seinem Fachgebiet auskennt, ist jeder Software meilenweit voraus. Auch wenn ein Programm Ihnen bescheinigt, dass Ihre Arbeit frei von Plagiaten ist, sieht er das womöglich ganz anders.

Wie Sie Plagiate vermeiden können

Nun kommt die gute Nachricht: Wenn Sie gewissenhaft arbeiten, wissenschaftliche Richtlinien beachten und eher eine Quellenangabe zu viel als zu wenig liefern, sind Sie auf der sicheren Seite.

Den besten Schutz bietet es, nicht so oft die Copy-paste-Funktion zu nutzen. Auf alle Fälle sollten Sie kopierte Textstellen kennzeichnen, z. B. durch Markierungen. Dann vergessen Sie nicht, was Sie selbst geschrieben und was Sie übernommen haben.

Wichtig ist es auch, dass Sie bei indirekten, also sinngemäßen Zitaten immer die Quelle angeben. Solche Stellen können Sie am Schluss noch mal kritisch überprüfen, um herauszufinden, ob Sie alle Gedankengänge, die Sie übernommen haben, belegt haben.

Eine Warnung zum Schluss

Eine Plagiatsprüfung wird auf dem Markt oft angeboten, und natürlich sind auch einige wenig vertrauenswürdige Dienstleister dabei. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn ein Anbieter verspricht, plagiierte Textstellen abzuändern. Seine Vorgehensweise ist dann gewöhnlich so: Erst lässt er eine Prüfprogramm über den Text laufen und dann formuliert er die Textstellen, die wörtlich abgeschrieben wurden, um. Auf diese Weise wird ein Plagiat verschleiert — die Prüfung durch die Software trägt sogar noch dazu bei und spielt dem Plagiator in die Hände.

Das hat aber mit wissenschaftlichem Arbeiten nichts zu tun und ist tatsächlich ein Betrug, der von der Universität geahndet werden sollte. Und Dozenten, die sich in ihrem Fach auskennen, merken es natürlich auch in einem solchen Fall, dass wissenschaftlich unsauber gearbeitet wurde.

Was ich für Sie tun kann

Eine maschinelle Plagiatsprüfung biete ich nicht an, doch ich unterstütze Sie gerne mit meiner Erfahrung und meinem geschulten Blick. Ich gehe dabei ähnlich vor wie Ihr Dozent, der die Arbeit lesen wird: Ich achte auf Brüche im Text, fehlende Herleitungen oder auch einen Wechsel im Tonfall. Die Textstellen, die ich finde, können Sie dann noch einmal überprüfen und um Quellenangaben ergänzen.